Vor ein paar Wochen in Berlin (jaja, die Fotos von der Reise sollten noch folgen….sonst könnt ihr ein paar wenige hier ansehen) ging ich in ein Fachgeschäft für analoge Fotographie, der in seinem Schaufenster mehrere Holgas ausgestellt hatte. Da ich sowieso in Ausschau nach einer kleinen analogen Kamera war, kam die Situation sehr gelegen – und ich habe mir eine Holga 120CFN gepostet.

Photo: wikipedia
Die Kameraserie Holga 120 ist eine Mittelformatkamera, welche aus China stammt. Diese billig gebaute Kamera wurde erstmals 1982 in Hongkong hergestellt. Auf ein 120er Rollfilm können damit 6×6cm (bzw 6×4,5cm) Aufnahmen gemacht werden.

Quelle: xemel at flickr
Die angefertigten Photographien weisen alle technische Mängel aus, wie Unschärfe, Streuung oder krasse Farb-/Lichtverfältschungen. Die billige Konstruktion der Kunststoff-Holga ermöglicht aber auch Spielereien mit der Filmspule, welche sich beliebig drehen lässt und somit vollständige oder partielle Doppelbelichtungen ermöglicht werden. Weiter ist die sogenannte Vignetierung ein typisches Merkmal von Holgaphotographie: Die Ecken auf den Bilder sind meistens wegen der Lichtdurchlässigkeit des Konstrukts abgedunkelt.

Quelle: xemel at flickr
Was mich an dieser Kamera so fasziniert, ist die Kunst der Unperfektion. Hier einige Beispiele:
- Das Objektiv verzerrt die Linien; diese Asymmetrie ist von Modell zu Modell verschieden
- Das Objektiv ist nicht über die gesamte Bildebene scharf; ein Verlauf der zunehmende Unschärfe gegen die Ränder ist zu beobachten
- Die bereits erwähnten Lichteinfälle durch die billige Konstruktion beeinflussen die Bilder ebenfalls
- Das Model Holga 120 CFN hat einen integrierten Blitz, der die Objekte in vier verschiedene Farben ablichten lässt. Kann vorkommen, dass es beim Abknipsen blitzt, auch wenn er eigentlich ausgeschaltet “wäre”.
Ich bin momentan noch in der Anfängerphase mit meiner Holga. Verliebt bin ich aber bereits….